Indirekte Fragen in der spanischen Sprache

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Einleitung

Indirekte Fragen (oraciones interrogativas indirectas) werden ohne Fragezeichen (¿?) formuliert. Es handelt sich dabei um Nebensätze, denen ein Verb des Sagens oder Fragens im Hauptsatz vorausgeht. Als Teil der indirekten Rede können wir mit ihnen die Frage einer anderen Person wiedergeben oder wir verwenden sie in bestimmten Wendungen, mit denen wir auf indirekte Weise Informationen erfragen. Indirekte Fragen werden mit einem Fragewort (Pronomen oder Adverb) oder der Konjunktion si eingeleitet.

Einige der gebräuchlichsten Verben, die einer indirekten Frage vorausgehen sind saber, preguntar, decir, entender etc.

Beispiel:
Yo no sé …Ich weiß nicht, ...
Él pregunta ...Er fragt, ...
Yo no entiendo ...Ich verstehe nicht, ...
A ella le gustaría saber ...Sie würde gerne wissen, ...
¿Me podría decir ...?Könnten Sie mir sagen, ...
No te voy a explicar ...Ich werde dir nicht erklären, ...

In der folgenden Erläuterung lernst du, wie indirekte Fragen in der spanischen Sprache gebildet und verwendet werden. In den Grammatik-Übungen kannst du dein Wissen anschließend testen und vertiefen.

Entscheidungs- und Ergänzungsfragen

Bei Fragesätzen unterscheiden wir zwischen Entscheidungs- und Ergänzungsfragen. Entscheidungsfragen lassen sich mit „ja“ oder „nein“ beantworten und kommen demnach ohne Fragewort aus. Ergänzungsfragen hingegen werden mit einem Fragewort (Pronomen oder Adverb) gestellt.

Indirekte Entscheidungsfragen

Indirekte Entscheidungsfragen (interrogativas indirectas totales) werden mit der Konjunktion si („ob“) eingeleitet.

Beispiel:
¿Viene Lorena mañana? - Carlos pregunta si Lorena viene mañana (o no).Kommt Lorena morgen? – Carlos fragt, ob Lorena morgen kommt (oder nicht).

Indirekte Ergänzungsfragen

Indirekte Ergänzungsfragen (interrogativas indirectas parciales) werden mit einem Interrogativpronomen (qué, quién, cuál, cuánto) oder einem Interrogativadverb (cómo, dónde, cuándo, cuánto) eingeleitet.

Beispiel:
¿Cuándo viene Lorena? – Carlos pregunta cuándo viene Lorena.Wann kommt Lorena? – Carlos fragt, wann Lorena kommt.

Satzbau bei indirekten Fragen

Der Satzbau der indirekten Frage unterscheidet sich von der normalen Frage — finites Verb und Subjekt werden nicht getauscht. Es gilt also nach dem Fragewort die gleiche Wortstellung wie im normalen Aussagesatz: Fragewort + Subjekt + Verb + Objekt.

Das Fragewort wird aber auch in der indirekten Frage mit Akzent verwendet.

Beispiel:
¿Cuándo tiene (él) tiempo? → No sé cuándo (él) tiene tiempo. Wann hat er Zeit? – Ich weiß nicht, wann er Zeit hat.
¿Es (ella) feliz? → No te voy a decir si (ella) es feliz.Ist sie glücklich? – Ich sage dir nicht, ob sie glücklich ist.

Zeichensetzung bei der indirekten Frage

Bei einer indirekten Frage verwenden wir normalerweise einen Punkt am Satzende und kein Fragezeichen (siehe Beispiele oben). Das Fragezeichen steht nur, wenn die indirekte Frage Teil eines direkten Fragesatzes ist.

Interrogativpronomen und -adverbien tragen immer einen Akzent – sowohl in der direkten als auch in der indirekten Frage.

Beispiel:
¿Me puede decir cómo se llama esta calle? Können Sie mir sagen, wie diese Straße heißt?